Der Deutschland-Äquator
Radiofeature
Der Deutschland-Äquator: Musik und Mensch von West nach Ost
Grenzen in Europa mäandern. Sie winden sich wie Flüsse durch die Landschaft, wenn nicht gar der Fluss selbst zur Grenze wird. Grenzgebiet ist oft Fransengebiet. Es ist zu einfach gedacht, dass links von der Grenze das eine, rechts davon das andere verortet wäre, schön aufgeräumt. Fransengebiet ist Mischzone, Übergang. Ins Fransengebiet sind Sprache, Kultur, Geschichte und Erfahrungen beider Seiten eingesickert. Vielleicht funktioniert die Grenze auch wie ein Reißverschluss – sie trennt nicht nur, sondern hält zusammen, indem sie ineinandergreift – indem sie eins vom einen, eins vom anderen integriert.
Zwischen dem Selfkant und Görlitz liegen 640 Kilometer Luftlinie. Wie klingt die Strecke zwischen dem westlichsten und dem östlichsten Punkt Deutschlands, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung?
Mit Deutschlandticket und Mikrofonen ist Friedemann Dupelius losgefahren und hat die Vielfalt der Musik und Klänge eingefangen, die ihm zwischen den zwei Zipfelpunkten begegnet ist, etwa: Grenzüberschreitendes Platt, Orgel-Experimente für die Ewigkeit, antifaschistische Barockmusik, ein Soundtrack aus der Idylle und großstädtischer Jazz. Einheitlich bleibt nur das Blau der Bahnhofsschilder.
Feature für WDR3 Musikporträt. Erstsendung: 26.12.2025.
Regie: Helga Mathea
Sprecher: Markus J. Bachmann
Redaktion: Martin Bürkl
mit
Kulturverein Selfkant
LOCH Wuppertal / Chor im LOCH
Musik an St. Martin / Eckhard Manz (Kassel)
Fulda x Werra (Hannoversch Münden)
Heinrich-Schütz-Musikfest (Weißenfels)
ORGAN²/ASLSP (Halberstadt)
Antonia Hausmann (Leipzig)
Hans Narva / Kommen und Gehen Festival (Oberlausitz / Görlitz)
Falk Schönfelder (Großhennersdorf)